Montag, 4. November 2019

Erstes Etappenziel



Gestern, am Sonntag, um 9:00 standen wir in Jena am Bahnhof und begannen unsere große Reise. Nach Umstieg in Nürnberg ging es nach München, wo wir mit nur einer halben Stunde Verspätung und damit fast vier Stunden vor Abflug am Flughafen ankamen. So frühzeitig waren wir vermutlich noch nie da, und das verschaffte uns viel Zeit, um das Gepäck neu zu arrangieren – mit dem Ergebnis, dass wir es tatsächlich schafften selbst unsere Drohnenkisten in/an den Rucksäcken zu verstauen. Mit dieser für manche vielleicht etwas abenteuerlichen Konstruktion konnten wir uns damit den teuren Zukauf eines weiteren Gepäckstückes sparen:
Etwas überrascht waren wir dann doch, als uns bei der Gepäckabgabe nicht nur eine Diskussion erspart blieb, sondern unser ungewöhnliches Gepäck kommentarlos aufgenommen wurde. Entsprechend positiv gestimmt ging es weiter zum Sicherheits-Check-In, und auch hier blieb uns die mittlerweile gewohnte Diskussion um die Akkus und das Equipment im Handgepäck erspart. Auch war der gesamte Flughafen fast wie ausgestorben, so dass wir nirgendwo lange warten und Schlange stehen mussten. So hatten wir am Ende noch über eine Stunde Zeit, bevor das Boarding begann – ein völlig ungewohnter Zustand.
Die nächste positive Überraschung wartete zumindest auf mich im Flugzeug: der Sitz direkt neben mir bleib frei – doch es kam noch besser! Eine Reihe vor mir entschied sich ein Ehepaar, auf erste Klasse umzubuchen, und so konnte ich wiederum einen Fensterplatz mit freiem Nachbarsitz ergattern. Entsprechend angenehm und entspannt lief der Flug, bis wir ohne Zwischenfälle früh gegen 6 deutscher Zeit die Afrikanische Küste erreichten (bis dahin waren wir über dem Atlantik unterwegs). Bei strahlendem Sonnenschein bot der Pilot uns noch zwei Sightseeing-Runden über Kapstadt, die ich dank meiner perfekten Sitzposition sogar genießen konnte. Es war wirklich beeindruckend!



Das erste Mal mussten wir nun anstehen, bevor man uns in Südafrika einreisen ließ, aber auch hier verlief alles problemlos. Wir wurden direkt von unserem super netten Taxifahrer abgeholt, der uns neben einer Taxifahrt auch gleich noch eine kleine Stadtführung samt Geschichtsunterricht lieferte (zumindest soweit wir das verstehen konnten, toller Dialekt hier…zum Nachempfinden empfehle ich Trevor Noah! [zum Beispiel hier]). Nach etwa einer halben Stunde im Kapstädter Stau („früher war das nicht so schlimm – aber die Regierung tut zu wenig für die Menschen“) erreichten wir das ALCI (Antarctic Logistics Centre International).
Hier durften wir freundlicherweise erfahren, dass wir jetzt etwa 5 Minuten Zeit hatten, um uns zu überlegen, was wir in Kapstadt aus unserem Reisegepäck brauchten, da der Rest direkt zurück zum Flughafen für den nächsten Flug gebracht wurde. Nachdem das geschafft war, bekamen wir noch ein kurzes Flugbriefing und spazierten dann mit unseren neuen Kollegen zum Hotel, wo wir endlich eine Dusche in unseren viel zu luxuriösen Zimmern genießen konnten.

Danach machten wir noch eine kleine Tour am Hafen und an der Küste entlang und holten uns etwas Kleines zu essen. Entgegen zumindest meinen Befürchtungen fühlten wir uns dabei genauso sicher wie in jeder anderen Touristengegend - die Glasscherben auf allen Mauern, Elektrozäune und Massen von Securities an jeder Ecke zeigten dann jedoch immer wieder, dass man doch aufpassen sollte...




Jetzt, zurück im Hotel, ist etwas Erholung angesagt. Zum Abendessen werden wir uns noch einmal mit den anderen treffen, aber dann geht es beizeiten ins Bett, denn morgen früh um 7 ist Antreten zur Taxifahrt zum Flughafen. Dann werden wir in etwa 6 Stunden mit Wissenschaftlern anderer Stationen nach Novo fliegen. Dort müssen wir möglichst schnell in unsere kleinere Maschine umsteigen, da eine Schlechtwetterfront angesagt ist, vor der wir den Flug (etwa 2 Stunden) geschafft haben müssen. Morgen Abend müsste ich mich dann planmäßig wieder von der Station melden können!

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