Gestern war es dann endlich soweit: das Wetter war uns gewogen und begrüßte uns schon morgens mit blauem Himmel und Sonnenschein, die Rampe war geöffnet und wir konnten endlich auf die Skidoos steigen und aus der Station düsen.
Wie immer am ersten Feldarbeitstag dauerte es etwas, bis wir alle unsere Sachen zusammengesucht hatten, aber schließlich saßen wir 4 Wissenschaftler, die Stationschefin und der Funker, die uns freundlicherweise beim ersten Mal begleiteten um uns alles zu zeigen, auf unseren Skidoos und brachen auf in Richtung Pinguinkolonie. Etwa eine Viertelstunde ging unsere Fahrt, bis wir zum SPOT-Observatorium abbogen und hier unsere Skidoos parkten.
Beim Blick über die Schelfeiskante lag sie dann endlich vor uns: "unsere" Pinguinkolonie! Hier blieben wir eine ganze Weile stehen, beobachteten die Pinguine und gar nicht mehr so kleinen Küken, einen einsamen Adeliepinguin, mehrere Skuas und Schneesturmvögel. Natürlich habe ich auch diverse Fotos geschossen, allerdings ohne SD-Karte, so dass ich hier leider noch nix präsentieren kann - aber wir sind ja hoffentlich noch ein paar mal da, das wird alles nachgeholt!
Nachdem sich alle sattgesehen haben sind wir zur sogenannten Pinguinrampe gefahren, einer Stelle, die die Überfahrt vom Schelfeis zum Meereis möglich macht. Während Osama und ich nur kurz unsere ersten Meter auf dem Meereis machten, verließen uns hier unsere beiden Wissenschaftlerkollegen und fuhren weiter aufs Meereis, um einige Fotos von der Kolonie zu machen. Auch unsere beiden Begleiter der Station verließen uns hier und fuhren in Richtung Station zurück. So waren wir nun das erste mal in der "weißen Wüste" auf uns allein gestellt. Wir fuhren wieder zum SPOT zurück, um hier die ersten Testläufe durchzuführen. Hier fiel uns schon bald auf, dass ein kälterer Wind aufgezogen war, und auch die Sonne hatte sich schon wieder hinter einer Wolkendecke verzogen. Nichtsdestotrotz führten wir die ersten Funktionstests durch, flogen zweimal kurze Flüge mit unserer Phantom-Drohne, und ich testete die Zoom-Reichweite der Kameras aus - mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen! Aus diesen Videos kann ich daher doch zumindest einen ersten Eindruck der süßen Frackträger anhand eines Screenshots liefern:
Leider zog das Wetter nun umso schneller zu, und bereits nach kurzer Zeit mussten wir unsere Skidoos anwerfen und zurück zur Station fahren, um nicht im erneut angekündigtem Schneesturm zu landen. Tatsächlich war die Fahrt zurück etwas aufregender, da man durch die schlechten Lichtverhältnisse und den Triebschnee kaum noch Konturen am Boden wahrnehmen konnte und so die eine oder andere Bodenwelle zu spät sah. Auch die Sichtweite war sehr eingeschränkt, allerdings konnten wir uns dank der gesteckten Fahnen trotzdem gut orientieren.
Immerhin schafften wir es so gerade noch zum Mittagessen in die Station. Beim Blick aus dem Fenster während des Essens überraschte uns dann ein unerwartetes Bild: Blauer Himmel, Sonnenschein!
Also hieß es nach dem Essen nochmal rein in den Tempex und zumindest noch einmal vor die Tür des Stationgeländes und ein paar letzte Handgriffe tun, wie die zweite Drohne zu kalibrieren und unseren Entfernungsmesser zu testen.
Und so war es am Ende ein recht erfolgreicher Tag, der vor allem dafür sorgte, dass wir jetzt wissen, was alles nicht funktioniert...zum Beispiel kommen unsere Drohnentablets anscheinend mit der Kälte nicht gut klar, fallen immer wieder aus und sind durch die ungünstigen Lichtbedingungen auch nur sehr schwer bedienbar. Daher war es gar nicht so schlecht, dass heute nochmal ein Schlechtwettertag folgte, an dem wir in Ruhe das Equipment noch verbessern und uns Lösungen für die aufgekommenen Probleme ausdenken konnten.
Morgen und übermorgen erwarten wir dann die ersten "richtigen" Daten-Aufnahmetage, eventuell noch Samstag, und dann ist schon wieder die nächste Sturmfront angesagt, die uns wohl wieder für ein paar Tage in die Station verbannen wird - aber dann hoffentlich mit einigen Daten, die sortiert und geordnet werden wollen!

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