Hier, wie versprochen, der ausführlichere Bericht.
Gestern früh um 7 stand unsere kleine Gruppe von neun
Polarreisenden, darunter drei AWI-Frischlinge, auf dem Parkplatz des Hotels und
luden unsere Taschen ins Taxi. Damit ging es schon wieder zurück zum Flughafen,
wo uns schon die Abflug-Tafel auf unser Reiseziel aufmerksam machte.
Wir
checkten ganz gewöhnlich ein und stiegen dann in unsere Iljuschin ohne Fenster
und mit seitlichen Sitzen, die uns in 5 Stunden nicht besonders bequem und
etwas kühl nach Novo brachte.
Kurz vor der Landung hieß es zum ersten mal
Polarkleidung an, und beim Aussteigen zeigte sich auch deutlich wieso: ein eisiger
Wind pfiff uns um die Nase, Fotos machen wurde zu einer echten Herausforderung.
Ich war aber vor allem überwältigt von der unglaublichen Weite, es gibt zwar um
Novo einige kleine Erhebungen und Gebirgszüge, trotzdem ist es einfach
unglaublich, von so viel weiß umgeben zu sein.
Unser Gepäck wurde direkt in unserem nächsten Flugzeug
verstaut, wir durften noch kurz eine russische Mahlzeit (lecker Borschtsch) und
Tee genießen und stiegen nach knapp zwei Stunden in die Basler ein. Während des
Fluges wurden die Strukturen, die es von oben zu sehen gab, langsam immer
weniger, bis wir schließlich nur noch über ununterbrochenes Weiß flogen. Dann
kam auch schon bald die Station in Sicht, und im Anflug konnten wir einen
ersten Blick von oben auf unser neues Zuhause und sogar auf unsere
Untersuchungsobjekte werfen.
Nach der Landung galt es erstmal, alles Gepäck und Cargo auf
den Schlitten zu verladen, der per Pistenbully zur Station gefahren wurde.
Einige genossen ihren ersten Spaziergang auf dem Eis von der Landebahn zur
Station.
Hier angekommen, wurden wir nach dem Entladen des Schlittens und dem
ersten Beziehen der Zimmer von einem Abendessen empfangen und dann „kurz“ durch
die Station geführt – die mit ihren 5 Etagen inklusive der in Schnee gegrabenen
Tiefgarage wirklich beeindruckend ist! Wir saßen dann noch eine Weile gemütlich
beisammen und genossen unseren ersten Antarktischen Sonnenuntergang – und vermutlich
auch gleichzeitig einen der letzten, denn in acht Tagen ist Polartag, dann geht
die Sonne gar nicht mehr unter.
Nach einer erholsamen ersten Nacht gab es ein richtig leckeres
Frühstück mit Rührei und Pancakes, und in einer halben Stunde bekommen wir
unsere Sicherheitseinweisung. Danach heißt es für heute und morgen ankommen, auspacken,
erste Tests der Geräte unter Antarktischen Bedingungen durchführen und darauf warten,
dass der Sturm nachlässt und wir zum ersten mal zu unseren Pinguinen fahren
können.
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