Freitag, 17. Januar 2020

Alles hat ein Ende...

Und da sitz ich nun plötzlich wieder auf meinem Sofa in Jena, und blicke zurück auf einen für mich wahr gewordenen Traum, wenn auch der Wecker deutlich später geklingelt hat als geplant. Am Ende ging dann doch alles sehr schnell, und viele Dinge, die ich hinter mir lasse, werden mir fehlen. Ich hatte das riesengroße Glück, einen einzigartigen Ort erleben zu dürfen, den leider (- oder zum Glück) nicht viele Menschen so erleben dürfen. Was ich mitnehme sind neben einem Berg wissenschaftlicher Daten, die in den nächsten Wochen ausgewertet werden wollen, die Erinnerung an eine Welt, wie sie unvorstellbarer vermutlich kaum sein könnte - und neue Menschen, die mein Leben bereichert haben und es hoffentlich in Zukunft auch weiterhin tun werden.
Auf unserer Rückreise hat uns die Antarktis nach all den Schwierigkeiten, die sie uns gemacht hat, noch einmal mit voller Kraft gezeigt, warum wir sie am Ende doch alle lieben und nicht von ihr lassen können.




Ein beeindruckender Zwischenstop war die Südafrikanische Station SANAE, die in unglaublich atemberaubender Kullisse gelegen einfach nur gigantisch aussieht.

Nachdem wir uns eine halbe Stunde an diesem Anblick sattsehen konnten, ging es weiter nach Novo, wo wir etwa gegen halb 2 morgens wieder da landeten, wo wir 2 1/2 Monate zuvor den ersten Fuß auf die kontinentale Antarktis gesetzt hatten. Hier hieß es jetzt bis 5:30 warten, bis wir endlich unsere Boeing besteigen durften. An Schlaf war bis hierher noch nicht viel zu denken gewesen, und so waren wir doch alle recht erleichtert, dass das Flugzeug nahezu leer war und wir uns jeder auf einer Sitzreihe für sich ausstrecken konnten.


So bekamen wir dann doch zumindest ein paar Stunden Schlaf, und waren noch halbwegs ansprechbar, als wir früh gegen 11 in Kapstadt landeten. Nach der Fahrt ins Hotel schlenderten wir wieder etwas durch unser Touri-Viertel und besorgten unsere Zutaten für die Abendplanung: eine Tour auf den Devils Hill, wo wir unseren ersten Sonnenuntergang seit Wochen genossen - ein schönes Spektakel, wenn auch geteilt mit gefühlt 500 anderen Touristen. Nach der Fahrt zurück zum Hotel gönnten sich Alex und ich noch "ein letztes Bierchen", dann fielen wir aber auch völlig erschöpft in die Betten.
 
Am nächsten morgen schliefen wir ordentlich aus und gönnten uns ein entspanntes Frühstück im Hotel. Danach teilte sich unsere Gruppe etwas auf, und Alex, Benoit (also unsere Pinguin-Kollegen) und ich fuhren an einen wunderschönen Strand, spazierten etwas durch das eiskalte Wasser (kommt ja schließlich aus Richtung Antarktis 😀), beobachteten einige (wenig beeindruckenden) Surfer und eine Hochzeit und gönnten uns, genau, "ein letztes Bierchen".
Halb drei ging es dann zum Flughafen, wo wir völlig reibungslos eincheckten und wieder einmal begeistert waren, wie wenig schief wir mit unserer Drohne plötzlich angeschaut werden, seit die Dinger so verbreitet sind. Im Flughafen haben Alex und ich noch einen gigantischen Burger gegessen und - man mag es kaum glauben - "ein letztes Bierchen" getrunken. Nach einem vollen und damit wieder wenig erholsamen Flug landeten wir heute am frühen morgen in Frankfurt, verabschiedeten uns von unseren letzten Reisegenossen und nahmen den ersten Zug nach Jena, wo ich vom mittlerweile traditionellen Thießschen Begrüßungskommittee herzlichst empfangen und nach Hause gebracht wurde.

Und damit endet auch dieses Reise. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an eure lieben Grüße und Rückmeldungen hier, ich habe mich über jede einzelne sehr gefreut und mich trotz der Entfernung sehr verbunden gefühlt!

Mittwoch, 15. Januar 2020

Tatsächlich in Kapstadt

Wir haben es tatsächlich nach Kapstadt geschafft.
Jetzt machen wir erstmal einen entspannten Ausflug, später mehr zur Abreise.

Dienstag, 14. Januar 2020

Flugplanung die dreihunderzweiundsiebzigste

Es gibt mal wieder einen Flugplan:

heute 22:45 Neumayer -> SANAE (Südafrikanische Station)
SANAE -> Novo 2:15
5:15 Novo -> Kapstadt ca. 10:30

Wir bleiben wie immer gespannt und natürlich wahnsinnig optimistisch...

Montag, 13. Januar 2020

Kaum zu glauben...

...aber es geht tatsächlich schon wieder los. Die Boeing ist heute nicht wie geplant in Kapstadt gestartet, sondern wird erst morgen früh Richtung Novo losfliegen (vielleicht...). Dementsprechend ist auch unser Zubringer-Flug von hier nach Novo morgen früh erstmal wieder komplett gestrichen, es wird sich morgen im Laufe des Vormittages zeigen, welchen neuen Plan sie sich für uns ausdenken. Bisher ist noch alles total im Rahmen, am Flug von Kapstadt nach Hause sollte sich nach bisherigem Stand erstmal nix ändern, aber wie schon beim letzten mal wird jetzt natürlich wieder alles knapper und damit riskanter, und wenn irgendwas dazwischen kommt, könnte es schon wieder eng werden. Aber noch sind wir alle optimistisch...der nächste Sturm soll ja immerhin auch erst am Wochenende kommen...

Ein neuer Plan.

Es gibt mal wieder einen Plan. Stand jetzt sollen wir morgen früh nach dem Frühstück ins Flugzeug nach Novo steigen, um von da, wie gehabt, morgen Abend nach Kapstadt zu fliegen.
Falls das ausnahmsweise mal auch so klappt, lande ich Freitag früh in Frankfurt und bin gegen Mittag in Jena.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Ohne Worte

Es ist kaum in Worte zu fassen... Der Flieger von Kapstadt nach Novo musste wetterbedingt umkehren und steht jetzt wieder in Kapstadt. Dementsprechend kommen wir hier wieder nicht weg, bisher gibt es noch keinen Plan, wann es einen nächsten Versuch geben wird.

Ich habe einen Plan.

Hier der aktuelle Stand: wenn alles gut geht, fliegen wir morgen früh raus in Richtung Novo.
Von da geht es noch am Abend nach Kapstadt, wo ich nur ein paar Stunden im Hotel habe und am nächsten Morgen direkt zurück nach Deutschland fliege.
"Das kann sich aber alles noch ändern"...

Dienstag, 7. Januar 2020

Kinder, wie die Zeit vergeht

Es ist mal wieder soweit: wir sitzen auf unseren gepackten Kisten, und hoffen, dass uns dieses mal ein Flieger mit nach Hause nimmt. Der derzeitige Plan sieht vor, dass wir Freitag früh hier starten und dann in Novo nur kurz umsteigen, um direkt nach Kapstadt weiter zu fliegen. Dort habe ich dann nur eine sehr kurze Nacht, und steige gleich am nächsten morgen in den Flieger nach Deutschland. So knapp wie das alles geplant ist, sind wir entsprechend etwas nervös und hoffen sehr, dass endlich mal alles am Schnürchen läuft.

Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Nun, zuerst einmal haben wir uns zwei Tage Ruhe gegönnt, um den Schock zu verdauen, bis ins neue Jahr auf der Station festzusitzen. Als das verarbeitet war, konnten wir uns aber doch recht schnell auf die positiven Seiten konzentrieren, haben nochmal mehrere gute Feldarbeitstage gehabt und konnten so unseren Datensatz erweitern. Natürlich wurde auch Weihnachten mit einem fürstlichen Essen (und einer etwas weniger traditionellen Party) gebührend gefeiert. Ein persönlicher Weihnachtshöhepunkt für mich: Weihnachtslieder singen auf dem Stationsdach, bei leichtem Schneefall in der endlosen Weiße...ein unglaublich schöner Gänsehautmoment.

Eine weitere Großaktion, der wir so noch beiwohnen durften, war die Schiffsentladung, mit der die Vorräte für das nächste Jahr, Treibstoff und so weiter angeliefert wurden. Dabei gab es jede Menge Kisten zu verladen, Obst und Gemüse zu sortieren, und vor allem Bierfässer zu stapeln... Diese Aktion hat uns über den Jahrswechsel beschäftigt, so dass wir Silvester am 4.1. nachgefeiert haben.

Und hier noch ein paar Bilder von Pinguinen.